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Sie befinden sich hier: Startseite1 / Lexikon2 / ESG Planung

ESG Planung

Nachhaltigkeit gezielt steuern

zuletzt aktualisiert am7. May 2025

Das wichtigste in Kürze

  • ESG-Ziele sollten integraler Bestandteil der Unternehmensplanung sein. Getrennte ESG- und Finanzsysteme führen zu unklaren Verantwortlichkeiten und ineffizientem Reporting.
  • Mit treiberbasierter Planung läst sich die Erreichung von ESG-Zielen steuern und simulieren, etwa durch Verknüpfung mit Absatzmengen, Kosten oder Investitionsentscheidungen.
  • SAP Analytics Cloud und SAP Datasphere ermöglichen es, ESG-Daten nahtlos in die Finanzplanung einzubinden, Zielverfolgung zu automatisieren und Berichte revisionssicher zu erstellen

Die ESG-Planung (Environment, Social, Governance) ist für Unternehmen zu einem zentralen Thema geworden. Unternehmen stehen unter steigendem Druck, nachhaltiger zu handeln. Die Erreichung der gesteckten Ziele setzt eine entsprechende Planung voraus, um entsprechende Transformation steuern zu können.

Kunden, Geschäftspartner und Gesetzgeber fordern dies zunehmend und Nachhaltigkeit ist längst kein Modethema mehr, sondern entwickelt sich zu einem festen Bestandteil der Unternehmensstrategie. Doch die Umsetzung gestaltet sich oft komplex. Regulatorische Vorgaben wie die EU-Taxonomie oder die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verlangen nicht nur Berichterstattung, sondern auch belastbare und überprüfbare Zahlen, Planungen und Fortschrittsnachweise.

Viele Unternehmen sind unsicher, wo sie mit der ESG-Planung beginnen sollen und welche Schritte dafür nötig sind.

ESG-Ziele in konkrete Steuerung überführen

ESG-Planung beginnt mit der Definition klarer Ziele, zum Beispiel: „Bis 2027 soll die Hälfte der Umsätze aus nachhaltigen, taxonomiekonformen Geschäftsaktivitäten stammen.“

Solche Ziele müssen mit Kennzahlen, Maßnahmen und Budgets unterlegt werden. Erst dann entsteht ein steuerbares System, das Fortschritte sichtbar macht und Handlungsspielräume bietet. Dabei geht es nicht nur um ökologische Themen wie CO₂-Emissionen oder Energieverbrauch, sondern auch um soziale Aspekte (z. B. Diversität, Arbeitsschutz) und Governance-Kriterien wie Compliance und Lieferkettenverantwortung.

Die Herausforderung liegt darin, ESG-Ziele mit der operativen Realität zu verbinden. Das gelingt am besten mit einem Planungsansatz, der ökologische und finanzielle Kennzahlen zusammenführt, nicht nebeneinander, sondern in einem integrierten Modell.

Beispiel: Nachhaltigkeitsplanung im Containerumschlag

Ein Beispiel aus der Logistikbranche zeigt, wie ESG-Planung konkret umgesetzt werden kann: Ein Unternehmen betreibt Containerterminals und erwirtschaftet Umsätze mit dem Umschlag von Containern, also dem Verladen von Containern zwischen Schiff, LKW oder Bahn. Eine der zentralen Aktivitäten ist dabei der innerbetriebliche Transport auf dem Hafengelände durch spezielle Fahrzeuge, sogenannte Van Carrier. Diese Leistung ist grundsätzlich taxonomiefähig. Ob sie auch als nachhaltig gilt, hängt vom eingesetzten Fahrzeugtyp ab.

Werden rein dieselbetriebene Carrier verwendet, ist die Tätigkeit nicht taxonomiekonform. Werden hingegen Plug-in-Hybride eingesetzt, die mit Ökostrom geladen werden, gelten die entsprechenden Umsätze als nachhaltig. Das Unternehmen möchte nun gezielt steuern, wie hoch der Anteil der konformen Umsätze im Verhältnis zum Gesamtumsatz ist und wie sich dieser bis 2027 auf 50 % erhöhen lässt.

Geplant wird dabei treiberbasiert: Der Umsatz ergibt sich aus dem Produkt von Transportmenge (Containeranzahl) und Preis pro Container. Davon sind nur bestimmte Geschäftsbereiche betroffen z. B. 40 % des Gesamtumsatzes stammen aus dem internen Containertransport. Innerhalb dieses Segments wird nun berechnet, wie viele Fahrzeuge nachhaltig betrieben werden und welcher Anteil der Umsätze dadurch als taxonomiekonform gilt.

Durch die Anpassung des Fahrzeugmixes in der Planung, zum Beispiel mehr Plug-in-Hybride, weniger Diesel, kann der Anteil der konformen Umsätze systematisch erhöht werden. Gleichzeitig lassen sich daraus Kosten-, Investitions- und Emissionswirkungen ableiten. So entsteht ein Planungsmodell, das ESG-Ziele mit operativen und finanziellen Hebeln verknüpft.

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Treiberbasierte Planung ist wichtig

Das Beispiel zeigt: ESG-Ziele lassen sich nicht sinnvoll als starre Werte planen. Stattdessen braucht es Modelle, die mit den zugrunde liegenden Einflussgrößen arbeiten, etwa Stückzahlen, Energiequellen oder Anlagennutzung. Diese sogenannte treiberbasierte Planung bildet Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge ab und ermöglicht realitätsnahe Szenarien.

Ein typischer Vorteil: Wenn sich ein Treiber wie der CO₂-Preis, die Stromquelle oder die Technologie ändert, zeigt das Modell sofort die finanziellen Auswirkungen, etwa auf Investitionsentscheidungen, Betriebskosten oder Umsätze.

Auf diese Weise ermöglichen Treibermodelle in der Planung auch Simulatonsansätze, um die Wrikung einer angenommenen Entwicklung bestimmter Treiberwerte unmittelbar ablesen zu können.

Gleichzeitig lassen sich Fortschritte bei der Zielerreichung direkt im System überwachen. Diese Transparenz ist essenziell für die Kommunikation mit Stakeholdern und für das ESG-Reporting.

ESG-Planung mit SAP Analytics Cloud und Datasphere

Mit der SAP Analytics Cloud (SAC) und SAP Datasphere stehen leistungsfähige Werkzeuge zur Verfügung, um ESG-Ziele in die bestehende Unternehmensplanung zu integrieren. Beide Lösungen sind cloudbasiert und lassen sich flexibel mit bestehenden SAP- oder Non-SAP-Systeme integrieren.

In der SAP Analytics Cloud werden Planungsmodelle erstellt, Treiber definiert und Szenarien simuliert. Verantwortliche können dort ESG-relevante Variablen – wie den Anteil nachhaltiger Umsätze – live verändern und die Auswirkungen auf GuV, Bilanz und Zielerreichung sofort sehen. Die Oberfläche ermöglicht kollaboratives Arbeiten, Freigabeprozesse und die automatische Übergabe an das Reporting.

Parallel sorgt SAP Datasphere dafür, dass operative Daten zentral gesammelt und aufbereitet werden. Ob Energieverbrauch, Fahrzeugtypen oder CO₂-Emissionen, alle relevanten ESG-Daten lassen sich automatisiert aus verschiedenen Systemen zusammenführen. Das sorgt für Datenkonsistenz, klare Berechnungsregeln und eine einheitliche Datenbasis für alle Berichte. Über Live-Verbindungen stehen die Daten jederzeit aktuell in der Planung zur Verfügung, ohne manuelle Exporte oder Konsolidierungen.

Diese enge Integration spart nicht nur Zeit, sondern erhöht auch die Aussagekraft: Plan- und Ist-Zahlen basieren auf denselben Datenquellen, Abweichungen lassen sich unmittelbar analysieren, und das ESG-Controlling wird zum festen Bestandteil des Planungsalltags.

Fazit: Nachhaltigkeit braucht Planung und Struktur

Wer ESG-Ziele ernst nimmt, sollte sie genauso konsequent planen wie Umsatz oder Investitionen. Nur so entstehen realistische Fahrpläne, belastbare Budgets und steuerbare Maßnahmen. Eine gute ESG-Planung basiert auf klaren Zielen, treiberbasierten Modellen und einer durchgängigen Systemlandschaft, in der Planung, Monitoring und Reporting ineinandergreifen. Für mittelständische Unternehmen bieten SAP Analytics Cloud und Datasphere die passende Grundlage. Skalierbar, integriert und zukunftssicher.

ESG ist damit kein zusätzlicher Aufwand, sondern ein integrierter Bestandteil einer modernen, nachhaltigen Unternehmenssteuerung.

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Dirk Frick

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